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Kirche oder Heimkino – es geht immer um das Klangerlebnis!

Quelle: https://www.mz.de


Reppichau – „Wollen Sie zu uns?“ Steffen Grünwoldt winkt uns heran – und wartet vorn an der Ecke. „Wir sind ein bisschen schwer zu finden.“ Die exklusive Klangsäulenmanufaktur in der Straße der Sassen genießt die Abgeschiedenheit. „Wir haben vor Jahren ein preiswertes Gehöft gesucht, wo wir unsere Ruhe haben“, erfahren wir. Und hier, im Sachsenspiegel-Dorf Reppichau, haben sie gefunden, was sie suchten: Ruhe.

Grünwoldt ist Gründer und Inhaber von Campaton. Ein kleines Unternehmen, das sich darauf spezialisiert hat, Musikhören zu einem Erlebnis werden zu lassen. Schon 1995 ließ sich Grünwoldt den lotrecht eingebauten Reflektionskörper patentieren. Das Herzstück des gesamten Systems.

Während man bei normalen Boxen, wie sie vermutlich in den meisten Wohnzimmern stehen, im Stereo-Dreieck sitzen muss, um das vermeintlich beste Klangerlebnis zu haben, funktioniert das mit den Campaton-Produkten ein bisschen anders. Grünwoldt und sein Geschäftsführer Heiko Schmidt schwören auf „eine Art Klanghologramm“.

„Ein puristisches Erlebnis“

Die Klänge würden sich schallartig und gleichmäßig in alle Richtungen ausbreiten. Dreidimensional. Musik, betonen sie, könne man so nicht nur hören, sondern körperlich spüren. Das Wasser in den Körperzellen, Knochen, Gewebe – der Mensch werde gewissermaßen in Schwingung versetzt.

Und sei somit in der Lage, auf angenehme Weise selbst laute Musik ohne störendes Druckgefühl zu genießen. „Ein puristisches Erlebnis mit klaren, sauberen, feinen, präzisen, aber auch kraftvollen Tönen wie in der Natur“ – damit wollen sie für ihre Systeme begeistern.

Die handgefertigten Produkte der kleinen Manufaktur sind etwas für Musikliebhaber. Und für Leute, die bereit sind, etwas mehr Geld für ein Lautsprechersystem auszugeben. Es gibt sie für den Konzertsaal, Diskotheken, Bars, Kirchen, aber auch für die kleine, verwinkelte Dachgeschosswohnung.

Jedes Produkt, heißt es, werde den räumlichen Gegebenheiten angepasst. Und hier produziert, so, wie der Kunde es wünscht. „Wir arbeiten mit Handwerkern aus der Region zusammen“, berichtet Heiko Schmidt. Mit Drehern. Tischlern.

Es geht immer um das Klangerlebnis

Die Endmontage erfolgt direkt in Reppichau. In einer kleinen Werkstatt, der sich ein noch kleinerer Raum anschließt, den die Chefs vorzugsweise mit Hausschuhen betreten. Es ist ihr Klangraum. Testlabor könnte man auch sagen.

Auf einen öffentlichen Vorführraum, wie es ihn früher einmal in Dessau gegeben hat, verzichten sie. Der Vertrieb erfolgt vor allem über Messen. In Gesprächen. Und in Dresden wurde gerade das erste und bisher einzige Klangstudio eröffnet.

Ein neuer Versuch, den Markt zu erobern. „Wir sind eine kleine Firma und verkaufen nicht jeden Tag hundert Systeme“, sagt Grünwoldt, der von Hause aus BMSR-Techniker ist und später Wirtschaftswissenschaften studierte. Irgendwann hat den heute 52-Jährigen die Leidenschaft für den guten Klang gepackt. Die Klangsäulen-Idee, gesteht er, sei nicht seine. Die habe er übernommen, „von jemanden aus dem Stendaler Raum“, sagt er.

Heiko Schmidt

„Die Faszination hält bis heute an“, versichert Heiko Schmidt, 44, der Grünwoldt vor Jahren eher zufällig kennenlernte, als der sich um die akustische Ausstattung einer Open-Air-Veranstaltung in Dessau kümmerte. Seither ist der gelernte Elektromonteur dabei – und montiert in schlichter Kulisse hochwertige Lautsprecher. Die Basis bilden 13-fach verleimte Holzschichten, die zu Halbkreisen geformt und aus denen am Ende die Röhren gezogen werden.

Wie die Säule am Ende aussieht, entscheidet der Kunde. „Je mehr Bässe, desto dicker“, erläutert Schmidt ein Kriterium und ergänzt, dass man eine Produktionslinie für den Privatmann und eine für den Profi anbietet.

Unabhängig davon geht es immer um den Klang. Besser: Um ein Klangerlebnis. Das zu verstehen, braucht es für Steffen Grünwoldt vor allem eines: die Liebe zur Musik. „Wir sind von der Grundidee bis heute begeistert.“ Musik nicht nur zu hören, sondern zu spüren. (mz)


Von: Sylke Hermann | Aktualisiert: 20.04.2016, 18:42 Uhr

Quelle: https://www.mz.de


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